10 Jahre Netzwerk der vhs-Russischdozenten/-innen in NRW

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Düsseldorf. Egal woher der politische Wind weht – Russischkurse gehören an den meisten der 132 Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen zur „Grundausstattung“. Bundesweit gibt es fast 2.400 Kurse für Russisch mit 18.500 Belegungen. Die Lehrkräfte dieser Fachrichtung sind in ihren Einrichtungen jedoch fachlich meist völlig auf sich selbst gestellt, haben keinen Austausch und auch nur geringe Möglichkeiten zur eigenen Fortbildung. Deshalb  ergriff  die Düsseldorfer Slavistin und vhs-Fachbereichsleiterin für Russisch und weitere Sprachen Dr. Katharina Berndt im Jahr 2007 die Initiative zur Gründung eines vhs-Dozenten/-innennetzwerkes für Russisch in NRW. Damals versammelte sie im Rahmen des „Sprachentags NRW“ in Düsseldorf alle interessierten Dozentinnen (s. Foto) zu einem Workshop mit dem Birminghamer Lehrbuchautor, Herausgeber und Fortbildner John Langran zu dem Thema „Russisch multimedial“ – so der Titel seiner Lern-CD-ROM, der ersten auf dem deutschen Markt, erschienen im Max-Hueber-Verlag. 

In den folgenden zehn Jahren wuchs das Netzwerk auf mehr als hundert Mitglieder an und veranstaltete jährliche Treffen, die dem fachlichen Erfahrungsaustausch im Rahmen von didaktischen Workshops, zur Bewertung und Verbreitung von Unterrichtsmaterial, zur sprachlichen Fortbildung und zur Information über aktuelle Russisch-Lehrwerke und die Anforderungen der telc-Prüfungen für Russisch dienten.

Besonderes Augenmerk wurde in den Fortbildungsveranstaltungen auf die multimediale Ausgestaltung des Russischunterrichts gelegt. So wurde direkt im Gründungsjahr eine eigene Online-Plattform für die Dozenten/innen zum Austausch von Unterrichtsmaterial und Chatten über Fragen der Unterrichtsgestaltung eingerichtet und zwei Jahre später der interaktive Vokabeltrainer des Landesspracheninstituts Bochum in einer Software-Demo mit Begleitvortrag von Prof. Mey vorgestellt.

Da das Netzwerk über kein eigenes Budget verfügt, wurden die Veranstaltungen meist aus eigener Kraft durchgeführt, was aufgrund der hohen fachlichen Qualifikation einiger Mitglieder gut funktioniert hat. Als Referierende stellten sich Absolventen/-innen führender russischer Hochschulen und Fachdidaktiker/-innen aus dem Bereich der deutschen slavistischen Hochschullehre und -forschung zur Verfügung. Dank vieler Vorschläge für mögliche Verbesserungen etablierte sich auch eine gute Zusammenarbeit mit den großen Lehrbuchverlagen. Die zwei Marktführer Klett und Hueber entsandten mehrmals zum Netzwerk ihre Autoren/-innen bzw. Gutachter/-innen für Präsentationen von Neuerscheinungen der bekannten Lehrwerksreihen „Most“, „Otlitschno“ und „Jasno“. Ausgaben russischer Verlage wie z.B. von Zlatoust oder Sankt Petersburg wurden von fachkundigen Kolleginnen des Netzwerkes vorgestellt.

Auch im abgelaufenen Semester fand am 12. November 2016 dank der finanziellen Unterstützung des Landesverbandes wieder ein hochkarätiger Workshop mit dem Linguistikprofessor em. Rupprecht S. Baur zum Thema „Russisch lernen mit allen Sinnen“ statt, in dem das suggestopädische Konzept einer interaktiven und ganzheitlichen Alphabet-Vermittlung in nur einer längeren Unterrichtseinheit vorgestellt wurde. Zukünftiges Augenmerk des Netzwerkes wird auf die Integration russischsprachiger Jugendlicher in die vhs-Sprachkurse gelegt werden, die inzwischen auch einen großen Teil der telc-Prüfungsabsolventen/-innen ausmachen und ein besonderes didaktisches Herangehen erfordern. Ein weiterer Plan in der Zukunft könnte darin bestehen, das nun ein Jahrzehnt lang bestehende Netzwerk in NRW in bundesweite Strukturen oder die Internationalen Assoziation der Russischlehrer MAPRJaL zu integrieren. Kontakt: , Tel. 0211-8994168

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