Lesen und Schreiben vor Ort: vhs Bochum meets Schauspielhaus Bochum: bundesweite Theatertournee „Der erste Mensch“

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von Ute Vielhaber-Jesse und Ulrique Weber

Bochum.Vom Analphabeten-Kind zum Literaturnobelpreisträger: Im Rahmen der AlphaDekade begleitete die vhs Bochum Joachim Król auf seiner Theatertournee zu Camus’ Lebensgeschichte.

Im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung begleitete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit Unterstützung der Kolleginnen im Bereich „Lesen und Schreiben“ als auch der engagierten Ehrenamtlichen des Bochumer Modells der vhs Bochum die bundesweite Theatertournee „Der erste Mensch“.

Die Inszenierung mit dem Schauspieler Joachim Król und dem L’Orchestre du Soleil beruht auf der Autobiografie des Schriftstellers Albert Camus, der Anfang des 20. Jahrhunderts als Sohn einer Analphabetin aufwuchs.

Joachim Król präsentierte am 11. Januar 2019 im Schauspielhaus Bochum die unglaubliche Lebensgeschichte des französischen Literaturnobelpreisträgers Albert Camus. Die Inszenierung von „Der erste Mensch“ stellt die besondere Beziehung Camus’ zu seinem Lehrer Louis Germain in den Mittelpunkt, der das Talent des Jungen früh erkannte und gegen jegliche Widerstände förderte. So wurde aus Camus kein Gelegenheitsarbeiter, wie aus vielen Jungen seiner Generation, sondern einer der bedeutendsten Schriftsteller der Welt.

Begleitend zu der Theatertournee informierten die vhs Bochum und das BMBF gemeinsam mit dem ALFA-Mobil Besucherinnen und Besucher im Theaterfoyer über funktionalen Analphabetismus.

Neben der beindruckenden Vorstellung zeigte sich ebenfalls die Vielzahl von interessierten Besuchern an den Informationsständen beeindruckt von der doch hohen Zahl von Analphabeten/-innen in Deutschland.

Durch die Gespräche sensibilisiert für die besonderen Lebenssituationen der Betroffenen informierten sich die Besucher/-innen gerne über die unterschiedlichen Angebote im Bereich Grundbildung und Alphabetisierung an der vhs Bochum und der Region, um gegebenenfalls Informationen weiter geben zu können, damit alle Menschen die Möglichkeit nutzen können, weiter zu lernen und ihre eigene Geschichte weiter entwickeln zu können.

Auch Joachim Król, der als Sohn eines polnischen Bergmanns im Ruhrgebiet aufwuchs, musste sich den Weg an die renommierte Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München erkämpfen. „Ich war ein Bergarbeitersohn in den sechziger Jahren im Ruhrgebiet. Und genau wie bei Camus kam eines Abends ein Lehrer zu uns und bat meinen Vater zum Gespräch. Was zum Ergebnis hatte, dass meine Eltern mich aufs Gymnasium gehen ließen. Das müssen Sie sich mal vorstellen: Nach Feierabend ist dieser engagierte Lehrer zum Hausbesuch gekommen und hat wesentliche Weichen für mein Leben gestellt“.

Mehr Infos:

Ute Vielhaber-Jesse, Fachbereich „Lesen und Schreiben“ der vhs Bochum,

Ulrique Weber, Fachbereich „Lesen und Schreiben“ der vhs Bochum,



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