Wenn die Fetzen fliegen – Mediation

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Volkshochschulen im DOME-Verbund bilden Mediatoren/-innen aus – künftig auch mit Zertifizierung

Essen. Mediation ist ein Verfahren zur freiwilligen, konstruktiven Beilegung von Streitigkeiten. Es ist in Deutschland seit 2012 als Alternative zur gerichtlichen Konfliktregelung gesetzlich definiert. Seither wird diese Methode in betrieblichen und privaten Streitfällen immer häufiger angewendet.

Typische Tätigkeitsfelder sind dabei Auseinandersetzungen in Unternehmen, Ehe und Familie, Miet- und Erbschaftsstreitfällen, Nachbarschaften und Schulen, Umwelt- und Kommunalpolitik. Mediatoren/-innen sind darauf spezialisiert, die Streithähne wieder miteinander ins Gespräch zu bringen. Und am Ende finden diese selbst eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung. So lassen sich viele Konflikte schneller, einvernehmlicher und günstiger lösen als vor Gericht.

Die Volkshochschulen Duisburg, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr und Essen (DOME) bilden bereits seit 2005 Mediatorinnen und Mediatoren aus. Die Anfänge liegen in Mülheim. Doch inzwischen finden in allen vier Kommunen zeitversetzt eigene Lehrgänge auf Basis eines abgestimmten Curriculums statt. Jährlich nehmen ca. 60 Personen dieses Bildungsangebot wahr. Die Fortbildung wendet sich an alle, die ihre Konfliktkompetenz verbessern und beruflich oder privat nutzen wollen. Dabei sind die Anforderungen erheblich: Gute Mediatoren/-innen müssen Meister der Empathie sein, eine hohe kommunikative Kompetenz haben und Eskalationen aushalten können. Sie benötigen Kompetenzen in Kommunikation und Psychologie, Gruppendynamik und Organisationsentwicklung. All dies wird im Lehrgang gelernt und intensiv trainiert.

In den DOME-Volkshochschulen wird die Fortbildung von der Dozentin Monique Ridder geleitet. Sie ist seit 2006 als Mediatorin und seit 2010 auch als Ausbilderin tätig. Ihr primäres Einsatzgebiet als freiberufliche Mediatorin sind Betriebe und andere Organisationen. Mal wollen Teams ihre Zusammenarbeit wieder in Schwung bringen. Mal sind es Führungskräfte oder Unternehmen, die sie in Streitfällen als allparteiliche Dritte einbinden. Monique Ridder erklärt, warum das so ist: „Die Wirtschaft hat erkannt, dass schwelende Konflikte teuer sind. Studien der KPMG beziffern die Reibungsverluste auf ca. 20% der Gesamtpersonalkosten. Mediation lohnt sich für die Firmen also nicht nur emotional und in der Sache, sondern auch finanziell!“

Bisher ließ das Mediationsgesetz leider offen, wer sich „Zertifizierte/r Mediator/in“ nennen darf! Diese Lücke schließt nun endlich eine Rechtsverordnung vom August 2016. Sie regelt deutschlandweit die Aus- und Fortbildung. Daran müssen künftig alle Bildungsträger ihre Qualifizierungen ausrichten. Das freut die vier DOME-Volkshochschulen sehr. Denn ihre Ausbildung übersteigt die Kriterien der Verordnung deutlich – und das bei einem vergleichsweise sehr günstigen Preis. Typisch vhs eben!

 

Bildnachweise:

  • Bullen / Pixabay CCo Lizenz David Mark bulls-102764_1280
  • Tagcloud / Monique Ridder
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